Für einen Kaffee bezahlen oder einem Freund Bitcoin schicken sollte schnell und unkompliziert sein. Lightning macht solche kleinen Zahlungen alltagstauglich. Mit dem Meggen-Update ist diese Funktion jetzt als öffentliche Beta für alle BitBox-Nutzer in der BitBoxApp auf iOS und Android verfügbar.

Wir freuen uns, Lightning-Zahlungen und sichere Selbstverwahrung in einer App zusammenzubringen. Du kannst Ersparnisse mit deiner BitBox sichern, einen kleinen Betrag für alltägliche Ausgaben auf deine Lightning-Wallet übertragen und beide Wallets mit deinem bestehenden Backup wiederherstellen. Schauen wir uns an, wie das funktioniert.

Simpel & direkt in der BitBoxApp

Die Lightning-Wallet ist direkt in die BitBoxApp integriert, die du ohnehin bereits nutzt. Du kannst Guthaben bequem von deiner On-Chain-Wallet übertragen, eine Lightning-Invoice bezahlen, Bitcoin empfangen und jederzeit Guthaben zurück auf die BitBox-Wallet übertragen. All das geht in derselben App.

Aktualisiere dafür einfach die BitBoxApp und öffne “Erweiterte Einstellungen” > “Lightning-Einstellungen”. Verbinde und entsperre deine BitBox und folge den Anweisungen in der App, um deine Lightning-Wallet zu erstellen. Sowohl mit der BitBox02 als auch mit der BitBox02 Nova lässt sich auf einem kompatiblen Smartphone eine Lightning-Wallet erstellen.

Nach der Einrichtung kannst du einen kleinen Bitcoin-Betrag von deiner On-Chain-Wallet übertragen, um für deine erste Zahlung bereit zu sein. Wie bei jeder ausgehenden Transaktion von deiner BitBox prüfst und bestätigst du diese Übertragung natürlich auf der Hardware-Wallet. Wenn du bereits eine andere Lightning-Wallet nutzt, kannst du natürlich auch direkt Sats empfangen, ohne dein Guthaben zuerst mit einer On-Chain-Transaktion aufzuladen.

Zum Bezahlen scannst du einfach eine Lightning-Invoice und bestätigst die Zahlung in der BitBoxApp. Da die Lightning-Wallet eine Hot-Wallet ist, musst du deine BitBox für alltägliche Lightning-Zahlungen nicht verbinden. Sie kann und sollte also zu Hause bleiben, während du unterwegs mit deinem Smartphone bezahlst.

Lightning-Zahlungen sind möglich, ohne eine BitBox zu verbinden.

Hinweis: Es handelt sich um einen Beta-Release. Vereinzelt kann es noch zu Verzögerungen oder Problemen kommen und wir empfehlen, die Lightning-Wallet mit kleineren Beträgen zu nutzen.

Ein Backup, zwei Wallets

Eine zusätzliche Wallet bedeutet normalerweise, dass du ein weiteres Backup erstellen und sicher aufbewahren musst. Bei der Lightning-Wallet in der BitBoxApp übernimmt deine BitBox diesen Teil für dich.

Während der Einrichtung leitet die BitBox aus der bestehenden Wallet ein separates Geheimnis ab. Die BitBoxApp erstellt daraus dann den Seed für die Lightning-Wallet, aus dem wiederum deren private Schlüssel erzeugt werden. Diese Ableitung basiert auf BIP-85, einem Standard, mit dem sich aus einem bestehenden Wallet-Geheimnis weitere sicher ableiten lassen. Der Vorgang ist wiederholbar: Dieselbe BitBox-Wallet kann immer wieder dieselben Lightning-Schlüssel erzeugen.

In der Praxis bedeutet das, dass du deine Lightning-Wallet mit deiner BitBox auf einem neuen Smartphone einfach wiederherstellen kannst. Falls du auch deine BitBox verlierst, kannst du ihr bestehendes Backup auf einem Ersatzgerät wiederherstellen. Damit lassen sich auch deine Lightning-Schlüssel erneut ableiten. Du musst keine zusätzlichen Wiederherstellungswörter aufschreiben und sicher aufbewahren. Beachte aber: Wenn du für die ursprüngliche Wallet eine optionale Passphrase nutzt, benötigst du auch dieselbe Passphrase, um die enstprechende Lightning-Wallet abzuleiten.

Die Ableitung nach dem BIP-85-Standard funktioniert nur in eine Richtung. Aus dem Geheimnis der Lightning-Wallet erschließen sich keine Informationen über deinen ursprünglichen Seed. Deine BitBox gibt das abgeleitete Geheimnis an die App weiter, während ihr eigener Seed auf der Hardware-Wallet bleibt. Anders gesagt: Sollten die Schlüssel deiner Lightning-Wallet jemals kompromittiert werden, wäre das ursprüngliche Backup deiner BitBox davon natürlich nicht betroffen. Den Mechanismus erklären wir ausführlicher in unserem Artikel darüber, wie die BitBox den Seed für die Lightning-Wallet ableitet.

Damit ist die Lightning-Wallet in der BitBoxApp eine Hot-Wallet: Die Schlüssel zum Ausgeben deiner Bitcoin liegen auf deinem Smartphone, und Zahlungen werden dort freigegeben. Deshalb sollte man auch nur ein kleineres Guthaben für alltägliche Ausgaben in der Lightning-Wallet halten und seine langfristigen Ersparnisse weiterhin mit der BitBox sichern. Du kannst dir die BitBox wie einen sicheren Tresor zu Hause vorstellen. Die Lightning-Wallet ist dagegen wie ein Portemonnaie mit etwas Bargeld, das du unterwegs dabei hast. Dein bestehendes Backup musst du natürlich weiterhin sorgfältig schützen – schließlich lassen sich damit jetzt zwei Wallets wiederherstellen.

Ermöglicht durch Spark

Für diese Integration verwenden wir das Breez SDK zusammen mit Spark. Spark ist ein System, mit dem sich Bitcoin off-chain über eine Statechain übertragen lassen. Dadurch braucht nicht jede Zahlung eine eigene Transaktion auf der Bitcoin-Blockchain. Spark stellt außerdem eine Verbindung zum Lightning-Netzwerk her, sodass du Lightning-Invoices bezahlen und Lightning-Zahlungen aus anderen Wallets empfangen kannst. Dafür muss keine Node betrieben werden und auch keine Zahlungskanäle manuell verwaltet werden.

Das macht kleine Zahlungen deutlich praktischer: Sie lassen sich schnell und mit geringen Gebühren abwickeln, ohne jedes Mal auf einen neuen Bitcoin-Block warten zu müssen. Wenn du Bitcoin zwischen deiner On-Chain-Wallet und deiner Lightning-Wallet überträgst, fallen weiterhin Netzwerkgebühren an, und du musst auf Bestätigungen warten. Deshalb kann es sinnvoll sein, dein Guthaben für alltägliche Ausgaben im Voraus aufzuladen.

Die Wallet ist non-custodial: Du hältst deine Schlüssel selbst in der BitBoxApp. Spark bringt allerdings eigene Vertrauensannahmen mit sich, die du kennen solltest. Übertragungen hängen von einer Gruppe von Betreibern ab (Operator). Die Sicherheit setzt voraus, dass eine Mindestanzahl dieser Betreiber zusammenarbeitet und sich an das Protokoll hält. Diese Annahmen unterscheiden sich davon, Bitcoin direkt on-chain zu halten. Spark lässt sich deshalb nicht völlig ohne Vertrauen in Dritte nutzen. Für eine Wallet, die für kleinere Beträge und alltägliche Zahlungen gedacht ist, halten wir das aktuell für einen vertretbaren Kompromiss: Die Bedienung wird einfacher und der technische Aufwand geringer.

Auch für die Wiederherstellung auf einem neuen Smartphone ist der Zugriff auf die Dienste von Spark nötig, um Wallet-Daten abzurufen. Dein Backup stellt die Schlüssel wieder her, enthält aber nicht alle diese Daten. Du bist deshalb weiterhin auf die Mitwirkung des Spark-Betreibers angewiesen, um auf dein Guthaben zugreifen zu können. Wir planen, mit einer kommenden Version des Breez SDK auch einseitige Exits (“Unilateral Exit”) ohne Mitwirkung der Betreiber zu unterstützen.

Deine eigene Lightning-Adresse

Eine normale Lightning-Invoice ist eine Zahlungsanforderung, die du mit dem Sender teilst. Das funktioniert gut, wenn du weißt, dass dir gerade jemand etwas bezahlen möchte. Für wiederholte Zahlungen ist eine einzige, wiederverwendbare Adresse aber bequemer.

Die Lightning-Wallet unterstützt deshalb auch Lightning-Adressen, die ähnlich aussehen wie E-Mail-Adressen. Im Hintergrund wird LNURL-Pay genutzt, damit die Wallet des Senders für jede Zahlung eine neue Invoice automatisch abrufen kann. Du kannst jemandem also immer wieder dieselbe Adresse geben, ohne jedes Mal manuell eine neue Invoice zu erstellen.

In den Einstellungen deiner Lightning-Wallet kannst du sogar einen eigenen Namen wählen, sofern er noch verfügbar ist. Sobald du eine Adresse gewählt hast, kannst du sie mit einem Freund teilen, damit er dir Sats aus einer kompatiblen Wallet senden kann. So kannst du unkompliziert ein Trinkgeld empfangen oder dir das Geld fürs Mittagessen zurückzahlen lassen – über eine Adresse, die man sich leicht merken kann.

Fazit

Lightning in der BitBoxApp macht es einfacher, Bitcoin für alltägliche Zahlungen zu nutzen und die Ersparnisse gleichzeitig sicher in Cold-Storage zu halten. Eine zusätzliche App eines Drittanbieters musst du dafür nicht installieren und verwenden. Dein bestehendes Backup deckt beide Wallets ab, Spark ermöglicht schnelle und günstige Zahlungen, und deine Lightning-Adresse macht das Empfangen noch bequemer.

Die öffentliche Beta steht zum Ausprobieren bereit. Aktualisiere die BitBoxApp, aktiviere deine Lightning-Wallet und starte mit einem kleinen Guthaben für alltägliche Ausgaben. Wir freuen uns auf dein Feedback und arbeiten weiter daran, die Lightning-Integration zu verbessern.

Erfahre mehr über das Meggen-Update:

BitBox 09.2026 Meggen-Update
Dieses Update bringt Lightning in die BitBoxApp und ermöglicht damit schnelle, günstige Zahlungen unterwegs.