Wer eine Kryptowährung gegen eine andere tauschen möchte, nutzt dafür normalerweise eine zentrale Börse: Konto eröffnen, Coins an eine Einzahlungsadresse senden, auf die Gutschrift warten, eine Order platzieren und das neue Asset anschließend wieder auf die eigene Wallet auszahlen. Das funktioniert, hat aber Nachteile: Die Coins liegen vorübergehend in der Kontrolle der Börse, und mehrere Transaktionen, Adressen sowie lästige Adressverifizierungen müssen im Blick behalten werden.
Die mit dem Geneva-Update eingeführte Swap-Funktion bietet eine direktere Alternative. Unterstützte Assets lassen sich innerhalb der BitBoxApp direkt zwischen den eigenen Konten tauschen. Die Transaktion wird auf der BitBox bestätigt und die getauschten Coins landen direkt in der eigenen Wallet. Separate Einzelschritte entfallen und auf einer Börse bleibt kein Guthaben zurück, da man schließlich gar keine benutzen muss!
Privat und ohne Fremdverwahrung
Möglich macht das SwapKit, ein Aggregator für dezentrale und non-custodial Swap-Anbieter. Statt Coins zuerst bei einer zentralen Börse einzuzahlen, wird die Transaktion direkt über die ausgewählte Swap-Route abgewickelt. Aktuell unterstützt die BitBoxApp den Swap-Anbieter „Near“, wir arbeiten jedoch bereits daran, künftig weitere Anbieter hinzuzufügen.

Dafür sind kein Börsenkonto und keine Verifizierung der Identität (KYC) erforderlich. Man gibt die Kontrolle über die Coins zu keinem Zeitpunkt ab; weder BitBox noch SwapKit verwahren dabei das Guthaben der Nutzer. Persönliche Ein- oder Auszahlungslimits gibt es ebenfalls nicht. Praktische Limits können sich natürlich dennoch aus den ausgewählten Assets, der verfügbaren Liquidität, der Region oder dem Anbieter ergeben.

Selbstverwahrung und der Verzicht auf KYC bedeuten allerdings nicht, dass man „unsichtbar“ ist. Die Transaktionen sind natürlich auf der jeweiligen Blockchain sichtbar und der Swap wird von externen, über SwapKit angebundenen Protokollen ausgeführt. Die BitBoxApp selbst erhebt bei einem Swap keine personenbezogenen Daten.
Ein Swap statt drei separater Schritte
Wer über eine zentrale Börse tauscht, muss üblicherweise zuerst einzahlen, danach eine Kauf- oder Verkaufsorder platzieren und das neue Asset anschließend wieder auf die eigene Wallet auszahlen. Bis dieser Vorgang abgeschlossen ist, liegen die Coins bei der Börse, die auch die Auszahlung korrekt bearbeiten muss.
Bei einem Swap entsteht dieser Zwischenschritt erst gar nicht. Man bestätigt eine ausgehende Transaktion; die ausgewählte Route führt den Swap aus und zahlt die erhaltenen Coins auf das empfangende Konto direkt aus.
Solche Swaps werden häufig als Atomic Swaps bezeichnet, weil der Swap entweder vollständig ausgeführt wird oder gar nicht. Streng genommen kann SwapKit jedoch verschiedene Protokolle verwenden, die jeweils eigene Regeln für die Ausführung und Rückerstattung haben. Kann eine Route nicht abgeschlossen werden, greift der Rückerstattungsprozess des jeweiligen Anbieters. Swaps über verschiedene Netzwerke hinweg, also z.B. Ethereum zu Bitcoin, benötigen außerdem mehr Transaktionsbestätigungen. Wie lange sie dauern, hängt daher von den beteiligten Netzwerken und der gewählten Route ab.
Auch für Bitcoiner sinnvoll
Auf den ersten Blick scheint Swapping vor allem für Nutzer interessant, die aktiv mit verschiedenen Kryptowährungen hantieren. Doch auch wer langfristig nur Bitcoin halten möchte, kann von der Swap-Funktion profitieren.
Für ein Familienmitglied im Ausland ist es vielleicht am einfachsten 100 EUR in einem Stablecoin wie Tether USDT an dich zu senden. Statt dafür den Umweg über eine Börse zu nehmen, lässt sich der erhaltene Betrag direkt in der BitBoxApp in Bitcoin tauschen. Dasselbe gilt für ältere sonstige Restbestände in anderen Coins, die man nicht mehr halten möchte: Ein direkter Swap bietet einen unkomplizierten Weg zurück zu Bitcoin, ohne dass daraus ein Abenteuer wird.

Die Funktion kann damit gelegentliche Swaps von anderen Assets zu Bitcoin stark erleichtern und dabei Selbstverwahrung sowie die Bestätigung direkt auf dem Gerät in den Mittelpunkt stellen.
So funktioniert Swapping in der BitBoxApp
Der Swap-Bereich ist im Marktplatz der BitBoxApp zu finden:
- Marktplatz öffnen, Swap auswählen und anschließend SwapKit wählen.
- Das sendende Konto bzw. den Coin auswählen und den Betrag eingeben. Tipp: Über die Pfeile zwischen beiden Feldern lassen sich Sende- und Empfangs-Asset tauschen.
- Das Asset bzw. das Konto auswählen, auf dem die getauschten Coins empfangen werden sollen.
- Den geschätzten Empfangsbetrag und die ausgewählte Route prüfen.
- Swap auswählen, die Transaktion auf der BitBox prüfen und auf dem Gerät bestätigen.

Bei Fragen hilft unser Support-Artikel zum Thema weiter.
Die BitBoxApp sucht automatisch nach einer verfügbaren Route und zeigt vorab einen geschätzten Empfangsbetrag. Der endgültige Betrag kann abweichen, weil sich Marktpreise und Liquidität verändern können, während der Swap ausgeführt wird. Diese Abweichung wird auch als Slippage bezeichnet.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung fällt für jeden Swap eine pauschale Gebühr von 1,5 % an. Hinzu können Netzwerkgebühren und anbieterabhängige Kosten kommen, die während des Swap-Vorgangs angezeigt werden. Beim Senden eines ERC20-Tokens wie Tether auf Ethereum muss das sendende Konto außerdem über genügend Ether (ETH) für die Netzwerkgebühr verfügen.
Welche Assets und Routen verfügbar sind, hängt von den aktiven Konten, der BitBox-Edition und den aktuell über SwapKit verfügbaren Anbietern ab. Mit der Bitcoin-only Edition sind Swaps, wie man erwarten würde, natürlich nicht verfügbar.
Sichere Swap-Anfragen
Die Swap-Funktion in der BitBoxApp macht den Vorgang bequemer, doch Komfort ersetzt nicht die Verifizierung. Vor der Bestätigung muss die Transaktion auf dem sicheren Display der BitBox geprüft werden – genau wie bei jeder anderen ausgehenden Transaktion.
Bei Swaps nutzt die BitBoxApp signierte Payment Requests, ähnlich wie bei der sicheren Verkaufsfunktion mit Pocket. Dadurch kann die BitBox prüfen, ob eine Anfrage authentisch ist. Als Empfänger zeigt sie dann „SwapKit“ zusammen mit dem jeweiligen Anbieter an. So sinkt das Risiko, dass Malware auf Laptop oder Smartphone das Ziel unbemerkt durch die Adresse eines Angreifers ersetzt.

Der angebotene Wechsel inkl. Gebühren sollten vor jeder Bestätigung sorgfältig geprüft werden, denn eine bestätigte Swap-Transaktion lässt sich nicht mehr abbrechen.
Steuerliche Behandlung
Ein weiterer Punkt ist das beliebte Thema Steuer. Ob ein Swap steuerpflichtig ist, hängt vom Wohnort und den individuellen Umständen ab. In manchen Ländern wird der Tausch einer Kryptowährung in eine andere steuerlich anders behandelt als ein Verkauf gegen Euro oder eine andere staatliche Währung.
Österreich ist ein Beispiel dafür. Nach aktueller österreichischer Rechtslage gilt der Tausch einer Kryptowährung in eine andere grundsätzlich nicht als steuerpflichtige Veräußerung. Auch Stablecoins wie Tether können dabei als Kryptowährung gelten. Je nach Einzelfall kann man dadurch vorübergehend in einen Stablecoin wechseln und so nicht mehr an der Bitcoin-Preisentwicklung teilnehmen (also effektiv “verkaufen”), ohne sofort dieselben Steuerfolgen wie bei einem Verkauf gegen Euro auszulösen.
Steuergesetze können sich künftig ändern. Dieses Beispiel ist daher nur allgemeiner Natur und stellt keine Steuer- oder Anlageberatung dar.
Zusammenfassung
Direktes Swapping in der BitBoxApp macht einen einfachen Swap deutlich unkomplizierter als über eine zentrale Börse. Es ist kein separates Börsenkonto nötig, es entsteht kein zwischenzeitliches Börsenguthaben und auch eine anschließende Auszahlung an die eigene Wallet entfällt. Route auswählen, Kursangebot prüfen und Transaktion auf der BitBox bestätigen. Einfach, schnell und sicher.
Damit ist die Funktion perfekt für gelegentliche Swaps geeignet – auch für Bitcoiner, die andere Assets möglichst unkompliziert in Bitcoin tauschen möchten. Die Kontrolle bleibt dabei von Anfang bis Ende beim Nutzer, so wie es sein sollte.
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